Finde die Fahrschule Deiner Wahl

Das ist KEINE Werbeseite für EINE Fahrschule, sondern eine HILFE bei der Wahl DEINER Fahrschule

  

1 - Motorradfahrschulen


Sitzprobe. Beide Füße müssen bequem die Fahrbahn erreichen können.             Sieh mal einer an

Wie finde ich die richtige Fahrschule für mich? 

 

Das ist gar nicht so schwer, wenn man einige wichtige Regeln beachtet.

 

Zunächst einmal sollte man/frau sich selbst sicher sein, dass man aus eigenem Antrieb den Führerschein für das Motorrad machen möchte - nicht etwa, weil es der Freund, die Freundin, die Eltern oder weis der Kuckuck wer sonst es will.

 

 

 Ist das DEIN Traum ?

 

 

Bedenke bitte:

 

Motorradfahren ist ein schöner Sport - Wissenschaftler behaupten gar dass intensives Motorradfahren Hochleistungssport ist.

 

Im Gegensatz zum Fußball spielen kann man sich aber normalerweise nicht auswechseln lassen.

 

Im Gegensatz zum Joggen ist die Ausrüstung sehr teuer und aufwändig zu beschaffen.

 

Im Gegensatz zum Kegeln kann man nicht einfach zu jeder Sekunde aufhören, wenn man will oder muss.

 

Im Gegensatz zum Fernsehen macht es (normalerweise) nicht dick.

 

Im Gegensatz zum Computer hat man keine Reset-Taste - wenn man irgendwann einmal unter einem Lkw liegen sollte kann man nicht einfach sagen: “Fahr noch mal zurück, ich fahre jetzt langsamer und auf MEINER Straßenseite um die Kurve.”

 

Was sollen denn diese dummen Sprüche auf einer Seite zur Suche nach einer geeigneten Motorradfahrschule???

 

Nun, man sollte bei der Überlegung, ob man den Klasse A Führerschein macht nicht vergessen, das jedes Jahr viel zu viele Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen.

 

Okay, sogar ich mit meiner 39 jährigen Motorraderfahrung habe schon mitbekommen, das der Schuldige an einem solchen Unfall häufig (wenn nicht sogar meistens) der gegnerische Autofahrer ist.

 

Nutzt das etwas, wenn man erst einmal tot ist?

 

Nutzt das etwas, wenn zwar der Gegner (oder dessen Versicherung) jeden Monat einen Haufen Geld überweist, Du dafür aber im Rollstuhl sitzt?

 

Nutzt das etwas, wenn Du zwar relativ unverletzt aus der Sache ‘raus kamst, aber dafür Deine Sozia oder Dein Sozius . . . siehe oben?

 

Merke:

Einen guten Motorradfahrer erkennt man/frau nicht daran, wie gut er/sie schwierige Situationen meistert, sondern daran, dass er/sie erst gar nicht in solche Situationen kommt !

 

Jammer nicht:

Leute, die andere als Weichei, Warmduscher oder sonstiges bezeichnen, nur weil die eine unübersichtliche Kurve nicht mit kratzenden Fußrasten - oder was auch immer - auf der falschen Straßenseite nehmen, oder die bei erkennbar UNKLARER Verkehrslage nicht überholen, oder weil die nicht erzählen können dass - oder gar wie oft - sie Gevatter Tod von der Schippe gesprungen sind, brauchen hier nicht weiter zu lesen.

 

Diese Leute kann man (zumindest ich) nicht einmal bedauern. Mein aufrichtiges Mitgefühl betrifft natürlich diejenigen, die durch die Schuld oder die Unachtsamkeit solcher Individuen zu schaden kamen.

 

Auch im hochentwickelten Japan gab es schon immer Leute, die ohne jeden Skrupel ständig ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten, meist aber zumindest in dem (falschen) Glauben, es müsste zum Wohle des restlichen Volkes so sein. Siehe Wikipedia unter Samurai oder Kamikaze.

 

Im einigermaßen zivilisierten westlichen Europa ist eine solche Einstellung aber m.E. zurzeit nicht notwendig und deshalb schlicht und einfach auf Deutsch gesagt SCHEISSE.

 

Vorsichtig oder vorausschauend fahren bedeutet nicht zwangsläufig langsamer zu sein als die Kumpels - es bedeutet nur:

 

> IMMER heil ANKOMMEN. <

 

Der Traum vom Fliegen 

 

Nicht mehr aber auch keinen Millimeter weniger.

 

Auch ich war schon, und ich schäme mich nicht dies hier im Net öffentlich zuzugeben, schon oft mit dem Motorrad bedeutend schneller unterwegs als es die Polizei an der entsprechenden Stelle erlaubt - und das nicht nur als jugendlicher Heißsporn, sondern auch später noch, sozusagen im gesetzteren Alter. Die Frage ist nur immer, wo und wann kann ich ‘ausnahmsweise’ mal schneller unterwegs sein als erlaubt.

 

Bei solchen Gelegenheiten fallen mir immer wieder die Worte meines Freundes Klaus Schumacher ein, der jedem der es hören will erzählt:

 

“Du wirst nicht bestraft, weil Du zu schnell unterwegs warst, sondern dafür, dass Du unaufmerksam warst und die Radarkontrolle nicht gesehen hast. Genauso hättest Du auch das kleine Kind nicht gesehen, dass ‘plötzlich’ über die Straße rennt!”

 

Dieser Spruch verliert (leider) seit einiger Zeit etwas von seiner Wahrheit, denn die mittlerweile blauen Ordnungshüter können und dürfen jetzt eine sogenannte Radarpistole verwenden, die bereits (freie und gerade Strecke vorausgesetzt) in einem Kilometer Entfernung die Geschwindigkeit misst und speichert, damit dann, nach dem Vorbeifahren an dem Beamten durchaus auch ein Bild von hinten den Motorradfahrer überführen kann. Dazu muss der Mensch beim Messen nur auf ein Knöpfchen auf seinem Gerät drücken um die entsprechende Kamera (Frontfoto für Kfz mit Kennzeichen vorne oder Heckfoto für Motorräder) zu aktivieren.

 

Doch genug der faulen Tricks. Selbstverständlich verhält sich jeder Motorradfahrer ‘immer’ regelkonform, besonders an Stellen, wo sich Fußgänger oder andere unberechenbare Verkehrsteilnehmer aufhalten.

 

Ausführlich kann man dies vielleicht in einem anderen Blog nachlesen,

den ich ‘Das Motorrad und ich’ betitelte.

 

Also Augen auf nicht nur im Straßenverkehr sondern auch, und vor allem, bei der Wahl der richtigen Fahrschule.

 

Damit wir uns hier gleich richtig verstehen, ich mache hier KEINE WERBUNG für meine Fahrschule. Ich habe auch so wirklich genug zu tun und möchte ohnehin in diesem oder spätestens im nächsten Sommer schließen.

 

Motorradausbildung ist und bleibt (wenn sie denn vernünftig durchgeführt werden soll) Chefsache. Ich würde an Eurer Stelle keine Fahrschule wählen, bei er ich von einem angestellten Fahrlehrer ausgebildet werden soll. Dies ist keine Diskriminierung sondern eine einfache und logische Überlegung:

 

Es hat nichts damit zu tun, dass der angestellte Fahrlehrer oft noch nicht DIE Erfahrung hat, die einer für die Motorradausbildung mitbringen sollte. Es hat auch nichts mit dem Alter des Fahrlehrers zu tun - nein, es ist einfach nur die finanzielle Abhängigkeit des Angestellten zu seinem Chef, die ihn (und sei es auch nur eine Spur) weniger gut machen als der Chef es machen könnte.

 

“Los, mach schon, die Stunde ist um. Runter vom Bock, der Nächste wartet schon. Zeit ist Geld und wir haben ja nächste Woche (oder gar in 14 Tagen) schon wieder das Vergnügen miteinander.”

 

Wer solche Sprüche anhören muss, ist echt zu bedauern. Er IST in der falschen Fahrschule. Wer sich INNERHALB der vereinbarten Ausbildungszeit (meist 90 Minuten) an- und später auch wieder ausziehen muss, der hat nur cirka 75 Minuten für die Ausbildung, wo er doch für 90 Minuten zahlt. Wer, weil er selbst keine geeignete Bekleidung mitbringt (mitbringen kann), jedes Mal warten muss bis der Fahrlehrer ihm die passenden Klamotten herausgesucht hat, dem geht es noch schlechter. . .

 

Wer gar noch mehr als einmal (vielleicht gar jedes Mal) mit seinem Lehr-Motorrad oder mit dem Begleitmotorrad (oder Begleit-Pkw) zur Tanke muss, lernt zwar tanken, aber das kann man auch bei einmaliger Tätigkeit lernen . . .

 

Ja nun, so könnte man meinen, das alles sieht man doch erst wenn es zu spät ist.

 

Okay, das ist richtig. Wer allerdings VOR der Anmeldung einige Tipps beachtet und bereit ist, mehrere Fahrschulen aufzusuchen, dem werden die vorgenannten Fälle nicht sooo häufig passieren.

 

Einfache Kriterien zum Erkennen einer guten Motorradfahrschule:

 

Die beste Empfehlung ist natürlich die, die ich von einem Freund/Freundin, Kumpel/Kameradin oder einem Mitschüler/Mitschülerin bekomme.  

 

Vorsicht: Traue aber keinen Bemerkungen wie

 

“Da ist es ganz toll.”

 

“Der Fahrlehrer ist ein richtig toller Typ.”

 

“Der hat mich x-mal zum Eis eingeladen.”

 

“Obwohl ich so blöd bin, habe ich es schon beim dritten Anlauf geschafft. Bei den beiden ersten Malen waren so fiese Prüfer da.”

 

“Ich brauchte überhaupt keine Beleuchtungsfahrt (Autobahnfahrt, Überlandfahrt) zu machen.”

 

“Der hat jedes Jahr das neueste Modell von der XYZ.”

 

“Ich hab dem Fahrlehrer mal gezeigt, was schnell fahren bedeutet.”

 

und so weiter und so fort. Die Liste DIESER Sprüche könnte mehrer Bände füllen.

 

Kommen von Deinen Bekannten usw. nur solche oder ähnlich Sprüche, dann bleibt Dir nichts anderes übrig als Dich selbst auf die Socken zu machen und zwar mit folgendem Rüstzeug:

 

1. Frage zuallererst völlig unspezifisch nach dem Preis für einen Führerschein der Klasse A.

 

Wenn der Fahrlehrer oder sein Anmeldepersonal Dir EINEN Preis nennen, verabschiede Dich höflich, egal wie hoch oder niedrig dieser sein sollte, denn wisse: es gibt mehrere Klassen A. Zunächst einmal die Klasse A1, die bereits ab 16 Jahren gemacht werden kann und zum Führen von Motorrädern bis 125 ccm und einer Maximalleistung von 10 kw berechtigt. Dazu kommt noch, dass man bis zum Erreichen des 18. Lebensjahres nur die gedrosselte Version bis 80 km/h fahren darf.

Das nächst größere Gefährt oder die nächsthöhere Klasse A ist die Klasse A Leistungsbeschränkt auf 25 kw. Die darf man ab 18 erwerben.

Wer schon 25 Jahre alt ist, kann auch direkt den Klasse A unbeschränkt machen. Gemeint sind damit alle Arten von Motorrädern, ohne jede Leistungsbeschränkung.

So, wenn man nun bedenkt, das ein 125er Fahrschulmotorrad schon für ca. 2.000 € zu haben ist, die 25 kw Maschine so ab 4.000 € zum Verkauf steht und die offene Version - verlangt sind beim Prüfungsfahrzeug mindestens 44 kw - etwa ab 7.000 € erhandelt werden kann, sollte es einsehbar sein, dass EIN Preis als Antwort auf unsere unspezifische Frage gelogen sein muss.

 

Merke: Die Fahrausbildung ist Vertrauenssache. Deshalb sollte der Fahrschulraum und der Raum in und um Fahrschulfahrzeuge IMMER EINE SCHWINDELFREIE ZONE sein !!!

So, wir sind mit der Aufdeckung der Schwindeleien leider immer noch nicht fertig: Selbst wenn der Auskunftsgebende mittlerweile weis, welche Klasse ich den nun wirklich machen möchte, kann und darf er immer noch  nicht EINEN Preis nennen. Alle Menschen sind Individuen. Der Eine braucht die eine oder andere Fahrstunde mehr, der Andere weniger. Laut Fahrlehrergesetz müssen gemäß Preisklarheit und Preiswahrheit alle EINZELPREISE detailliert inklusive Mehrwertsteuer angegeben werden (Eine Ausnahme besteht nur bei den fahrschulfremden Gebühren, d.h. Erste Hilfe, Sehtest, Gebühren fürs Ordnungssamt, fürs Straßenverkehrsamt, für den TÜV, die auf jeden Fall aber angesprochen werden müssen) und es sollte eine Beispielrechnung, eventuell auch formlos auf einem Stück Papier, erstellt werden.

Es sind für jeden, ohne Ansehen der Person, mindestens zwölf Stunden Sonderfahrten vorgeschrieben sofern der Aspirant noch keine Führerschein der nächst kleineren Motorradklasse vorweisen kann oder einen solchen gehabt hat. Dazu sollten mindestens fünf Stunden Stadtfahrt gerechnet werden, sofern der Betreffende genügend Ortskenntnisse hat. Ist er Ortsfremd oder hat noch gar keinen Führerschein, sollte die Beispielrechnung mindestens 10 Stunden Stadtfahrt enthalten (In diesen Stadtfahrtstunden sind die vorgeschriebenen und zu prüfenden Grundübungen schon eingerechnet).

Erstellt Ihnen Ihr Gegenüber auch auf Nachfrage keine solche Beispielrechnung, verabschieden Sie sich.

 

2. Lasse Dir Dein Ausbildungsmotorrad zeigen bevor Du den Vertrag unterschreibst.

 

Ist es funkelnagelneu, sei misstrauisch und frage wie oft diese Fahrzeuge gewechselt werden. Kommt dann die oder eine ähnliche Antwort: “Wir fahren unsere Motorräder normalerweise 2 Jahre, aber vorige Woche wurde die Maschine von einer Fahrschülerin geschrottet.” wende Dich mit Grausen ab.

 

Sieht es total vergammelt aus, mit Ölnebel am Motor, abgefahrenen Reifen, Knicke im Kennzeichen . . . siehe oben.

 

Ist es zwar nicht mehr die neueste Maschine (vom Bj. her gesehen) aber sieht trotzdem nicht  vergammelt oder verbeult aus, bist Du schon mal einen Schritt in die richtige Richtung gekommen.

 

Bitte um eine Sitzprobe.

 

Sitzprobe. Beide Füße müssen bequem die Fahrbahn erreichen können.

 

Kommst Du nicht mit beiden Füßen auf die Erde, und zwar so, dass mindestens ein Fuß völlig flach aufsteht und der Andere mindestens mit dem Fußballen, frage nach einer  niedrigeren Sitzbank oder gleich nach einer  niedrigeren Maschine. Ist keine vorhanden, bedanke Dich für die Freundlichkeit und verabschiede Dich zwanglos.

 

Bist Du so groß, dass Du, wenn Du den Fuß auf der Raste stehen hast, den Lenker nicht ganz einschlagen kannst ohne Deine Kniescheibe zu zersplittern, frage nach einer größeren Maschine. Bei negativer Antwort . . . siehe oben.

 

Es ist mit Sicherheit auch kein Fehler wenn man bei der Sitzprobe einmal unauffällig den Tank betrachtet. Hat er vorne rechts und/oder links eine Delle, dann ist mit dieser Maschine schon mal jemand schwer gestürzt. Bei Sturzreparaturen lässt man gerne den Tank aus, weil das die Sache im Preis ungefähr verdoppeln würde. Im Zweifelsfall frage den Fahrlehrer höflich nach der Ursache dieser Delle(n). Das ist nicht pingelig - hier geht es um Deine Sicherheit.

 

3. Gibt es kostenloses Lehrmaterial, bzw. ist ein gewisser Mindeststandart in der Grundgebühr enthalten (klar, wer Lehrmaterial auf CD/DVD haben will, muss mehr zahlen als der, der sich mit LM in gedruckter Form bescheidet).

 

4. Wie oft darfst Du pro Woche fahren (einmal alle 14 Tage ist zum Lernen völlig ungeeignet - genau wie alle Fahrstunden in einer Woche - damit sind die ALLERMEISTEN Menschen überfordert)

 

5. Wie oft, oder wann musst Du zahlen?

 

6. Was kosten Ausfallstunden? Kosten eindeutig wetterbedingte Ausfallstunden (starker Nebel, Glatteis oder Schneefall sowie sintflutartige Regenfälle) auch Geld?

 

7. Hat die Fahrschule für Dich PASSENDE Motorradkleidung inkl. Nierengurt, Stiefel und Handschuhe zur Verfügung, falls Du nicht selber welche hast.

 

8. Wie viele verschiedene Helmgrößen sind in der Fahrschule vorhanden, einschließlich einem in Deiner Größe. Entsprechen diese Helme der neuesten gültigen ECE-Norm (zurzeit /04  und /05)

 

9. Sind die Helme erkennbar beschädigt (Kratzer und/oder gar Dellen)? Solltest Du die gleichen Helme schon vor kurzem im Verkauf beim Discounter gesehen haben - - - Finger weg! - Nicht vom Helm - von der Fahrschule!!

 

10. Verweigert der Fahrlehrer oder sein Büromensch Dir die exakte Beantwortung einer dieser Fragen bzw. zeigt er Dir nicht das Gewünschte, vergiss die Fahrschule einfach und suche die Nächste auf, auch wenn die nicht gerade bei Dir um die Ecke ist.

 

Vielleicht noch ein Tipp am Rande:

Es kommt nicht auf die Größe der Fahrschule oder ihrer Inneneinrichtung an (Okay, total veraltetes Lehrmaterial usw. lässt natürlich auch tief blicken), ebenso wenig wie auf die Anzahl der angestellten Fahrlehrer - Du wolltest ja ohnehin vom Chef betreut werden - der macht es einfach gesagt besser. -

 

Makaberes Beispiel zum Schluss:

Wenn es Deine Finanzen oder Deine Versicherung erlauben, lässt Du Dich im Krankenhaus ja auch lieber vom Chefarzt behandeln . . .

 

Abkühlung


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